Sie sind hier:  Dick

Von vielen mennonitischen Familiennamen gibt es heute unterschiedliche Schreibweisen. Dies ist u. a. darauf zurückzuführen, dass früher die meisten Menschen nur schlecht oder gar nicht schreiben konnten und daher die Namen zunächst oft nur mündlich weitergaben.

So finden wir für den Namen „Dick“ die Schreibweisen „Dück, Dueck (typisch für Nordamerika)“ und „Dyck“. Wörtlich übersetzt bedeutet der Name: „Der am oder auf dem Deich wohnt“. Die Dycks (Dück, Dueck, Dick) stammen aus Flandern und oder aus Holland, denn Dyck heißt: Ein Damm, der das Wasser zurückhält.

„Es handelt sich hierbei um einen so genannten „Wohnstättennamen“. Das bedeutet, der Familienname liefert einen sehr direkten Hinweis auf den Wohnort des ursprünglichen, ersten Namensträgers. Im vorliegenden Falle lebte der erste Namensträger also an einem „Deich/Teich“, beziehungsweise an einem Damm. Noch deutlicher wird dieser Bezug auf den einstigen Wohnort des Vorfahren bei Namensvarianten mit der Präposition, beziehungsweise dem Lagewort „van/von“. Der alte Täufername Dück/Dyck ist flämischen Ursprungs. Seit Ende des 16. Jahrhunderts sind flandrische Dücks/Dycks im Raum Danzig-Westpreußen sesshaft geworden.“*

Die Grafschaft Flandern (niederländisch: Vlaanderen, französisch: Flandre) ist ein historisches Territorium auf dem Gebiet der heutigen Staaten Belgien, Frankreich und den Niederlanden.

 

Es ist die in Preußen verbürgte Religionsfreiheit und die in Holland herrschende grausame Unterdrückung, die die Mennoniten zur Migration bewegt. Auch die ihrer alten Heimat ähnelte Landschaft Ost- und Westpreußens und die gleichen ökonomischen Bedingungen (Ackerbau und Milchwirtschaft), veranlassten sie, sich gerade dorthin zu emigrieren. Vorteilhaft war es auch, dass sie keine neue Sprache lernen mussten, die Mennoniten sprachen ihr Plattdeutsch auch in Danzig weiter.

Meine Vorfahren Dyck wohnten in einem Dorf namens Heubuden. Es liegt ca. 60 km von Danzig und nur 8 km nordwestlich der Stadt Marienburg entfernt. Die Vorfahren der Einwohner von Heubuden waren fast ausschließlich eingewanderte Niederländer. Es wohnten dort schon 1526 taufgesinnte Familien. Die mennonitische Gemeinde gehörte der flämischen Richtung an. Durch ein Privileg des Bischofs von Kulm vom 17. Juni 1768 erhielt die Gemeinde Heubuden mit noch 3 weiteren Mennonitengemeinden die Freiheit, je eine Kirche aus Holz zu erbauen. 

Heubuden liegt heute in Polen, sein polnischer Name lautet "Stogi Malborskie". Der mennonitische Friedhof befindet sich im östlichen Teil des Dorfes auf einem rechteckigen Grundstück aufgeteilt in  6 Abschnitte. 

Im Juni 2015 besuchte ich diese Gegend, das Dorf und auch den Friedhof. Es gibt noch mehrere Dutzend Grabsteine auf dem Friedhof, aber keine mehr meiner Vorfahren. Ich stand da, und es ging mir so vieles durch den Kopf. Ich schaute auf die Wiese, ging am Bach vorbei, atmete diese klare Luft und für einen kurzen Moment hatte ich das Gefühl, nach Hause gekommen zu sein. Ich wäre am liebsten eine Weile dortgeblieben. Was hat mein Ur-Ur-Urgroßvater Gerhard Franz Dyck empfunden beim Verlassen seines Heimatdorfes, dieser wunderschönen Landschaft und seinen Verwandten? Er und seine junge Frau Anna haben damals eine schwere Entscheidung getroffen, als sie für immer nach Russland gingen.