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Johann Johann Cornies IV. ∗1868 †1936

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Johann Cornies IV., Originalbild im Privatarchiv von Kathy Rehberg
Johann Cornies IV.

Johann Johann Cornies IV. wurde am 15 April 1868 auf dem Gut Tatschenak als ältester Sohn von Johann und Katharina Cornies geboren.

Am 22. August 1895, im Alter von 27 Jahren heiratete Johann Cornies die 26-jährige Anna Margaretha Dück aus Einlage (Preußen). Sie bekamen sieben Kinder, wobei der zweite Sohn Alexander drei Tage nach der Geburt starb.

aus Archiv Saporoje
aus Archiv Saporoje,
1913, Johan Cornies IV erbte 550 Desjatin Land.

Johann Cornies IV. und seine Frau Margaretha waren mehrere Jahre Mitglieder der Gesellschaft, die sich um ein Kinderheim in Melitopol kümmerte und stellten finanzielle Unterstützung zur Verfügung. *

Mein Großvater Heirich Dück schreibt 10.12.1936 in seinem Tagebuch: "Das Wichtigste, was in diesem Zeitabschnitt vorgefallen,  ist der Tod von Frieda’s Vater, meinen lieben Schwiegervater J. J. Cornies, der am 12.7. dieses Jahres erfolgt ist. Weil der Gesundheitszustand des lieben Vaters dank seinem Herzleiden schon längere Zeit nicht besonders gut war, so war Frieda schon immer sehr darüber besorgt und fürchtete immer mal mit einer Trauernachricht überrascht zu werden, was denn auch im August, einen Monat nach Vaters Tod geschah. Wir alle, und besonders Frieda, hofften ihn noch immer einmal wiederzusehen.  Nebst dem Trauer und den schweren Verlust, quälte mich noch das Bewusstsein, dass meinethalben doch eigentlich Frieda mit ihren Eltern geschieden ist und nicht ihnen folgen konnte.

Der Hauptcharakterzug des lieben Schwiegervaters war wohl sein angeborener Frohsinn und seine Leutseligkeit, dank denen er immer, ob trübe oder heiter, mit gehobenen Haupte und frohem Mut seinen Weg weiter pilgerte.

Leider habe ich zu wenig Gelegenheit gehabt, ihn näher kennen zu lernen."

In der Zeitschrift "Mennonitische Volkswarte", herausgegeben von A. B. Dyck, im Heft 9, Seite 283  (September 1936. Winnipeg. Canada. (gotisch)) wurde der Gedicht zu Tod von Johann Cornies IV. gedruckt.

 

Auf Ivan Ivanowitsch Cornies´Tod

(von J.H. Janzen- Vancouver)


Nicht Menschen sind es, die zu sterben geh´n,-

Es ist die Zeit, in der wir leben, lieben ….

So viele schon sind hin, die wir geseh´n,

Gekannt, geliebt …. Nur wenige geblieben ….

Es sproßt ein neu´ Geschlecht empor,

Das and´re Ziele sich erkor,

Auf and´ren Pfaden strebt zum Licht,-

Und oft verstehen wir es nicht.


Vom starken Stamm der letzte Zweig fiel ab;

Ivan Ivanowitsch ist auch hindurchgedrungen;

Es sank ein Mann von dem Geschlecht in´s Grab,

Das um das Wohl des Volkes stets gerungen,

Und Wohlfahrt ihm die Liebe war,

Das traute Nest, in welchem wunderbar

Die Liebe wachsen konnte und gedeih´n;

Familie, Haus, Hof und das Glücklich-Sein!


Einst baute dies Geschlecht in großem Stil

Auf weiter Ebene das reiche Gut

Sich und dem Menno-Volk;- nichts war zu viel

Als Opfer für die Wohlfahrt. Froher Mut

Beseelte es zu kühner Tat;

Von ihm kam manch´ ein guter Rat ….

Und als die Siedlung fest bestand,

Hat sich´s der Schule zugewandt.


So half der Cornies-Stamm zu jeder Zeit

Dem Menno-Volk auf seinem schweren Weg,

Wies ihm das Heim mit seiner Sicherheit,

Und auf zum Glück der Liebe schmalen Steg.

Stand fest das Haus, so sorgte man,

Daß es zu füllen sich begann

Mit dem, was Leib und Geist erquickt.

Vom Erdenweh zum Himmel uns entrückt.


Und als im Weltenbrand das reiche Gut

Mitsamt der Heimat Staub und Asche ward,

Hat dieser Mann, der nun im Grabe ruht,

Ein Herz voll treuer Liebe sich bewahrt ….

Das Herze, das im hohen Flug

Für Haus und Volk in deutscher Treue schlug,

Nahm seine Liebe in die Armut mit

Und liebte noch, als es unsäglich litt.


Im Morgenglanz flog auf einst sein Geschlecht,

Ward Führer seinem Volk zu Heim und Glück ….

Im roten Abendschein trug schlecht und recht

Sein Letzter mannhaft noch sein herb´ Geschick.

In stillem, frohem Wandel predigt´ er:

„Wär´ auch das Leben noch so arm und schwer,-

Wo Menschen wohnen, eins in Lieb´ und Treu,

Da ist die Freude alle Morgen neu!“


Er ging.- Sein Segen seinem Volke blieb.

Im Sturm der Zeit,- was ewig war daran,

Das stille Heim erfüllt von treuer Lieb´

Kann nicht verweh´n. Dank sei diesem Mann!

Und wo trotz Falschheit uns´rer flachen Welt,

Im trauten Heim die Freude Tafel hält

In unserm Volk, da,- wenn auch nicht aus Stein,-

Steht ihm ein Denkmal: dankbar denkt man sein!