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Eltern: Johann Cornies, Therese Tiessen

  Peter Janzen

Kinder: Johann, Therese, Nikolai

Maria Johann Janzen, geb. Cornies ∗1853 †1915

#607223

Maria Johann Janzen, geb. Cornies
Alt- Tatschenak Region, Karte 2013

Maria Cornies wurde am 14.Juli 1953 auf „Tatschenak“ geboren.

Sie hat am 28. Oktober 1876 Peter Janzen (#432967) geheiratet.

 

Maria erbte das Gut „Ellbing“ und Chutor „Molotschny“ in der Region Alt-Tatschenak. Es waren ca. 2000 bis 2800 Desjatinen Land. 

Nach nur 13 Ehejahren ist sie sehr früh Witwe geworden. Die Familie bestand aus drei Kindern, zwei Söhne und eine Tochter, welche mit 18 Jahren starb.

- Johann Peter Janzen, geboren am 7.September 1877

- Nikolaj Peter Janzen, geboren am 10. Februar 1883

 

Über Nachkommen der Familie Janzen habe ich lange keine Informationen gehabt. Bei Jacob Stach habe ich folgendes gefunden:

„Внук (das ist ein Fehler, er war Urenkel )старoго Корниса, Иван Петрович Янцен, также уже 8 лeт состоит депутатом от Мелитополскoго уeзднoго земства и Таврическoго губернскoго земства и,  в качестве такового, работает в различных комиссиях и вместе с тем числится почётным мировым судьёй. 

Его брат Николай Петрович получил специальное высшее сельскохозяйственное образование и принимает живое и деятельное участие в поднятии уровня школьного образования в колониях.»1  

 

Wie das Erbe auf die beiden Söhne verteilt wurde, weiß ich nicht genau. Es existiert eine Notiz aus dem Jahre 1911 über das Erbe von Nikolaj Janzen. Er bekam 1045 Desjatinen Land von seiner Mutter.

 „План Таврической губернии Мелитопольского уезда части дачи при хуторах Эльбинг и Молочный, вымежеванной из общей дачи Тащенак владения землевладелицы Марии Ивановны Янцен, урожденной Корнис. 

Во всей окружной меже земли удобной и неудобной 1045 дес. 30 кв.саж. Часть эта отчуждена для передачи сыну Николаю Петровичу Янцен. 

В описании смежных земель указаны земли дачи Тащенак владения Ивана Ивановича Корнис, д.Мордвиновка, часть дачи при хуторах Эльбинг и Молочный владения Марии Ивановны Янцен, селения Дмитриевка, Гутерталь и Иоганесруэ владения поселян-собственников. Проект раздела производил в натуре в 1911 году частный землемер Янцен. Масштаб: в англ. дюйме – 100 саж.“

 

Maria starb im Oktober 1915.

 

 

 


2013 habe ich mit meinen Cousins diese Gegend besucht. „Ellbing“ heißt heute „Leninskoe“.

 

Erstaunlicherweise steht ein Haus aus Maria Janzens Anwesen immer noch. Obwohl es sich in einem schlechten Zustand befindet, wohnt dort noch jemand.

2013, eins der Häusern der Familie Janzen auf Elbing
 

Nach weiteren Recherchen konnte ich einen Kontakt zu dem Urenkel von Johann Peter Janzen, Vasilij Dik, herstellen. Er lebt in Perm, Russland. Von ihm bekam ich endlich ein Photo von Maria Johann Janzen (geb. Cornies) zusammen mit ihren Söhnen. Wann das Bild gemacht wurde, weiß ich nicht. Ich denke aber etwa im Jahre 1905.

von links Johann, Maria, Nikolaj Janzen
Johann Peter Janzen, 1931

Johann Peter Janzen wohnte mit seiner Familie zuerst auf dem Gut Ellbing und später in Karasan, Krim. Am 26. März 1930 wurden sie von dort vertrieben und gewaltsam in den Ural umsgesiedelt. 

Vasilij Dik schickte mir auch das Foto von Johann Peter Janzen aus dem Winter 1931. Es ist schon im Ural aufgenommen worden. Es waren schreckliche Jahre für die Familie. Es sind zwei Kinder gestorben: Johann starb mit 16 Jahren am 2. November 1931 und auch Elena starb mit 16 Jahren im Jahre 1934. Am 28. Dezember 1937 wurden  Johann Peter Janzen und sein Sohn Vasilij verhaftet. Am 16. März 1938 wurde der Sohn Vasilij erschossen. Der Vater kam am 3. Juni 1939 als kaputter Mann frei. Am 6. November 1940 starb er. Und so blieb seine Frau Maria mit der Tochter Maria zurück.

Als meine Großeltern 1955 zu Besuch in Karpinsk waren, haben sie Maria Janzen (#689500, die Frau von Johann Peter Janzen) mit ihre Tochter und zwei Enkelinnen getroffen. Aus dem Tagebuch meines Großvaters: „Die übrigen Verwandten in Karpinsk

Es waren: Friedas Tante Mariechen Janzen, die Frau von Joh. Petr. Janzen  Elbing, ihre Tochter - Mika mit zwei Töchter - Ljelja und Musja, ...“

„Tante M. Janzen  habe  ich eigentlich von früher nur wenig gekannt und  wohl  nur zweimal gesehen, das erste  mal auf Hochfeld bei  J. Neufelds auf der doppelten Hochzeit im Jahre 1912, wo sie glaub ich gerade mit  J. P. Janzen  verlobt war,  und das  zweite mal wie sie bei uns in Blumenort  in den zwanziger Jahren zu Besuch war.

Trotz ihrem Alter und ganz weißen Haaren,  trotz der harten  und schweren Vergangenheit, der Aussiedlung in den Norden,  den Verlust ihres  Mannes  und zweier Kinder, der Armut und Not besitzt sie noch einen beneidenswerten Frohsinn und Mut, der sie über vieles Schwere hinweghilft.  Ihre Tochter Mika (geb. 1913), die nur in der frühesten Jugend etwas von dem sorgenlosen Leben erfahren hat,  ist ebenfalls trotz  des sehr frühen Verlustes des in der Verbannung geheirateten Mannes noch gut erhalten,  mutig,  arbeitsfähig und arbeitslustig.  Sie hab ich ja nur jetzt zum ersten mal kennen gelernt.   Von ihr und ihren zwei schönen  brünetten  studierenden Töchter  habe ich einen guten Eindruck bekommen.  Sie kann sehr rege erzählen, worin sie nach Friedas Urteil ihrem Vater ähneln soll.“

Nikolaj Janzen wurde auch im Tagebuch meines Großvaters erwähnt: 

 

"30.11.1947.  Sonntag.  Es wird schon kalt.  Glatteis. Noch kein Schnee.

Gestern und heute abends haben wir uns durch das Besehen nach erhaltener Photographien und Friedas Poesiealbum so manches aus unsrer weiten Vergangenheit ins Gedächtnis gerufen.  Frieda erzählte aus ihrem Elternhaus und nächsten Verwandtenkreis und besonders von ihrem Onkel Kolja Janzen, von seinem Studium in Melitopol,  Moskau und in der Schweiz;  von seiner Bekanntschaft und Heirat mit Tante Amalie;  Bau ihres Gutes; Tod von Tante Janzen; Drama in der Ehe Kolja Janzen;  Tod der einzigen Tochter Janzens - Therese, an der Schwindsucht;  Grabstein mit der Inschrift: “Nicht auf Erden suche mich, von den Sternen grüss ich dich”!   Im Zimmer über ihrer Photographie: “ in unserm Herzen lebst Du ewig fort”.

 

Die erste Frau von Nikolaj hieß (nach Grandma) Amalie Bertschlinger, geboren am 7. Februar 1881 in der Schweiz. Wahrscheinlich hat Nikolaj sie während seiner Studium in der Schweiz kennengelernt. 

Später heiratete Nikolaj noch einmal. Diesmal eine Ärztin aus Melitopol. Sie hieß mit Familiennahmen Minnesohn. Sie hatten eine Tochter. Im Tagebuch steht, dass sie an  Tuberkulose starb. Was mit Nikolaj geschah, wo er nach der Revolution wohnte und wann er starb, weiß ich nicht.

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Quelle:

 

1 Я. Штах, «Очерки изъ исторіи и современной жизни южнорусскихъ колонистовъ.“ , Seite 143