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Eltern:  Jacob Siemens,

  Katharina Klassen

Kinder: Katharina, Peter, Margaretha, Julius, Helena, Johann, Susanna, Abram, Jacob  

Peter Jacob Siemens ∗1765 †1847

#136330

Peter Jacob Siemens wurde am 16.April 1765  in Groß Brunau geboren.

Beruflich war Peter Vorlagenerbauer und Zimmermann. Am 3. Oktober 1790 heiratete er Katharina Klassen (geboren am 20.Januar 1768). Noch in Preußen haben sie zwei Kinder bekommen : Peter (15.7.1791), der als kleines Kind starb und Katharina (18.10.1792).

Die junge Familie Peter und Katharina Siemens mit zweijähriger Tochter hat sich zur Auswanderung der Mennoniten nach Russland entschieden. Das geschah 1794. Peters Schwiegermutter und auch drei Geschwister seiner Frau kamen mit. So zogen sie in das unbekannte Land, ob neuer Not oder neuem Glücke entgegen, wer konnte es damals wissen!

 

B.H.Unruh, "Die niederländisch- niederdeutschen Hintergründe der mennonitischen Ostwanderungen im 16., 18. und 19. Jahrhundert", 1955, Seite 244

Die erste Zeit wohnten sie in Chortitza. In der Chortitza Kolonie-Zählung von 1795 wird Peter Siemens als neuer flämischer Mennonite (Immigrant) verzeichnet, der auf einer temporären Basis in Schoenwiese lebt.

 

In der Auflistung der Oberschulzen von Chortitza schreibt P.M: Friesen:

"Chortitzer Oberschulzen: Pet. Siemens - Chortitza - 1801-1805, (...)

(...), Pet.Siemens - Chortitza - 1808- 23, (...)"1

 

Der Oberschulze (Oberbürgemeister) hatte die bürgerliche Macht und war unter anderem für Frieden und Ordnung verantwortlich. Er wurde für 3 Jahre gewählt und hatte die Polizeigewalt nicht nur in Chortitza Kolonie, sondern auch in manchen Tochtekolonien. Er konnte Haft-, Geldstrafen oder öffentliche Arbeit verhängen, aber nur mit Zustimmung des Schulzen des Dorfes, zu der der Schuldige gehörte. In Chortitza neben der Post gab es ein Gefängnis mit 2 Zellen. Dem Oberschulze standen zur Seite 2 Gebietsbeisitzer die für 2 Jahre gewählt wurden. Der Oberschulze und die Schulzen waren dafür verantwortlich, dass Faulenzerei, Trunksucht und unziemliches Benehmen in den Dörfern nicht geduldet wurde. 

 

Peter Siemens war der erste und am längsten dienende Oberschulze der alten Kolonie. Bei seiner erste Amtszeit war er 35 Jahre alt. Das war keine einfache Job. Ein guter Oberschulze musste die verschiedenen Interessen der Menschen in seiner Kolonie kennen und versuchen, auf jede einzelne Gruppe  gleichermaßen Rücksicht zu nehmen. Und er sollte seine Versprechen halten. Weil Peter mehrere mal gewählt wurde, muss er richtige Eigenschaften gehabt zu haben. 

Aus dem Mikrofilm "Odessa Archiv, Fond 6, Verzeichnis 1" Akte 42, Seite 334, 694, 1004 geht hervor:

Zu Ende seiner ersten Amtszeit wurde Peter Siemens am 30. Dezember 1804 nach eigenem Wunsch abgelöst. In diesen Akten in Odessa Archiv findet man auch die  Wahlergebnisse für die Jahre 1805- 1806: Es waren elf Kandidaten, die zu Wahl der Oberschulze standen. Peter Siemens hatte 40 Stimmen (aus 290 insgesamt) bekommen, und zwar haben für ihn die Leute aus vier von elf Dörfern (Schönwiese, Insel Chortitza, Neuendorf und Schoenhorst)  seine Stimmen abgegeben. Als Oberschulze wurde Nikolaus Krahn gewählt.

Am 27. Dezember 1807 hat Peter Siemens das Amt wieder angenommen und am 9. März 1811 wurde er wieder gewählt.

 

Später im Jahr 1839 erhielt Peter Siemens eine große Silbermedaille für seine Verdienste im Laufe von achtzehn Jahren als Oberschulze des Chortitzer Gebiets.

 

 

Diese Medaille ist in Los Gatos, Kalifornien im Besitz von Peter und Diane Siemens. Loran Jerry Unger, auch ein Nachkomme von Peter Siemens, hat mir die Fotos von der Medaille und deren Urkunde geschickt. Dafür bin ich ihm und auch Heideun von Issendorff für die Entzifferung des Textes sehr dankbar.

Am linken Rand:

 

Ministerium

der Reichs-Domaine.

Aus der Fürsorge-

Comité über die aus-

ländischen Ansiedler

in Süd-Rußland.

Am 3 ten Tische [?]

den 15. November 1839.

  No 5.181.

Odessa

 

 

Text:

 

An den Mennoniten der Kolo-

nie Chortitz  Peter Siemens

 

  Der Vermittelung des

Herrn Haupt Fürsorgers über die Cholo-

nisten in Süd-Rußland zufolge,

daß Ihnen für Ihre Bemühungen,

welche Sie im Laufe von achtzehn

Jahren als Oberschulze des Chortitzer

Gebiets, bei einer exemplarischen [?]

Aufführung, nicht gespart haben, eine

angemessene Belohnung ausgewirkt

...................[?]  Seine [?] 

Kaiserliche Majestät, dem

Gutach[t]en der Minister Comité ge-

mäß, am 18. Juli dieses

Jahre[s] Ihnen Allergnädigst

eine silberne Medaille mit dem

Annen Ordens-Bande, um selbi-

ge am Halse zu tragen, zu verlei-

hen.

........[?] gegenwärt[ig]

von dem Herrn Minister der Re[ichs]?

Domainen die Ihnen Allergnä-

digst verliehene Medaille erha[?]

werden, - übersendet die Fürsorge Comité

über die ausländischen Ansiedler in Süd-

Rußland dieselbe bei diesem Acte an Sie,

um solches Verdienst-Zeichen der Verord-

nung gemäß, am Halse zu tragen. -

Präsident, General von der Infantrie ...[Unterschrift]

Mitglied der Fürsorge-Comité  ...[Unterschrift]

Mitglied der Fürsorge-Comité ... [Unterschrift]

 

Stellvertrete[n]der Secrétair  ...[Unterschrift]

 

Translateur [=Übersetzer] Franck.

auf der Vorderseite der Medaille ist der Kaiser Nikolaj I. abgebildet. Die Aufschrift lautet: "«Б. М. НИКОЛАЙ I ИМПЕРАТОРЪ И САМОДЕРЖЕЦЪ ВСЕРОСС.»." ("Nikolaj I. Kaiser und Autokrat aller Russland"
auf der Rückseite die Aufschrift: „ЗА УСЕРДIЕ“ („für Tüchtigkeit“).

 

Die Medaille wurde mit rotem Bändchen (Аннинская лента - Annen Ordens-Band) geschmückt um sie am Halse zu tragen. Nach meiner Recherche im Internet diese Silbermedaille soll einen Durchmesser 51 mm. haben und ihr Gewicht sollte 54,08 Gramm sein.

 

В Империи более чем за век медаль "За усердие" учреждалась несколько раз. Впервые данная медаль была учреждена Александром I. в 1801 году. Она предназначалась для гражданских лиц, которые принесли значительный вклад в развитие государства. Купцы, крестьяне и мещане были основными лицами, которые получали эту награду. Медали изготавливали из золота и серебра. Золотые медали по особым повелениям императора иногда украшали бриллиантами. В царствование императора Александра I было выдано не более 1000 золотых и не более 800 серебряных шейных медалей.

 

В царствование императора Николая I было выдано большое количество медалей (золотых и серебряных). Так, только в июле – ноябре 1826 г. на Санкт-Петербургском Монетном дворе было изготовлено 108 золотых, 53 серебряные шейные, 36 золотых и 6 серебряных нагрудных медалей.

 

Портрет императора Николая I. Надпись по окружности: «Б. М. НИКОЛАЙ I ИМПЕРАТОРЪ И САМОДЕРЖЕЦЪ ВСЕРОСС.».

 

Круговая надпись: «ЗА УСЕРДIЕ». По окружности концентрические круги.

 

Размер 65, 50(51), 40, 28(29) мм.

 

Медали изготавливали из золота и серебра. Носили на шее и на груди на лентах орденов св. Анны, св. Александра Невского, св. Владимира, св. Андрея Первозванною. В 1830-х годах некоторым мусульманам выдавали медали на зеленых лентах. Медали размером 65 и 40 мм чеканили и выдавали без ушка (не дня ношения)...

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Am 1. September 1801 wurde die Volkszählung in der Chortitza Kolonie durchgeführt. Sie wurde unter der Leitung von Peter Siemens zusammengestellt, als Oberschulze der Chortitza Kolonie war. Die Angaben basierten scheinbar auf der Information, die ihm die Schulzen eines jeden der neuen Dörfer lieferten. Der Erhebungsbogen enthält die Namen und das Alter von 1665 Einwohner der Chortitza Kolonie sowie statistischen Daten betreffs ihres Eigentums. Das Original-Dokument wurde in Deutsch geschrieben und ist im Datenübertragungsblock von 1 bis 30 der Kartei Nr.67 auf dem Mikrofilm mit ausgewählten Karteien der Odessa-Archive, Fonds 6, Inventar 1 zu finden (MHC- Mikrofilm Nr. 791).

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In der Zählungen 1806 und 1816 wird Peter Siemens in Chortitza verzeichnet. Hin und wieder ist er in Schönwiese aufgelistet.

 

In der Liste von 1807 (Dnepropetrovsk Archiv, Fonds 134) wurde Familie Peter Jacob Siemens wie folgt aufgelistet:

 

Peter, 42 Jahre alt, Zimmermann

seine Frau Katharina, 39 Jahre alt,

der Sohn Peter, 12 Jahre alt,

der Sohn Julius, 6 1/2 Jahre alt,

die Tochter Katharina, 15 Jahre alt,

die Tochter Margaretha, 9 Jahre alt,

die Tochter Helena, 2 1/2 Jahre alt,

der Knecht Jacob, 20 1/2 Jahre alt.

Pferde 2; Vieh 17; Gefallene Rinder 2; Schafe 28; Schweine 9; Pflügen 1/2; Eggen 1; Karen 2; Spinnräder 2.

 

 

Peter Siemens ist in der Liste den Grundbesitzer in Chortitza Kolonie im Jahre 1814 von Tim Janzen verzeichnet mit 1. und 2. Wirtschaft. 

Vorwort von Tim Janzen zu der Liste "Grundbesitzer in Chortitza Kolonie im Jahre 1814" 

"Diese Liste habe ich aus einer Aufstellung von 1814 mit 314 Grundbesitzern in der Chortitza Kolonie in Südrussland extrahiert. Die Originalurkunde, von der diese Liste extrahiert wurde, ist auf Deutsch geschrieben und auf Seiten 15-33 (auf dem Mikrofilm Seiten 21-51) auf dem Mikrofilm "Odessa Archiv, Fund 6, Inventories 1", Akte 858 vorhanden. Eine Kopie des Mikrofilms, auf dem das Dokument gefunden wurde, ist "most major Mennonite archives in North America" vorhanden. Die Liste der Grundbesitzer wurde in Erwiderung auf einen Antrag des Fürsorgekomitees, vom Geschäftsführer der verschiedenen Regelungen in Südrussland, dem Hochschulberater Lifanov, kompiliert, damit er Informationen über den Saat und Ernte von Getreide für den Frühling in den Kolonien hat, die durch das Fürsorgekomitee 1814 überwacht werden. Die Liste wird von einem kurzen Report vom Oberschulze Peter Siemens begleitet und wird vom 15 August 1814 datiert."

Peter und Katharina Siemens haben 13 Kinder bekommen, mindestens vier starben im Baby Alter. Das sechste Kind Julius ist mein Ur-Ur-Ur-Großvater.

Ich habe noch zwei weiteren Nachkommen von Peter Siemens über Internet kennengelernt.

David Siemens aus Lennestadt, Deutschland - der Nachkomme von Johann Peter Siemens (das 9. Kind), david.siemens@gmx.de  

 

Loran Jerry Unger #238680 aus Colorado, USA - der Nachkomme von Jacob Peter Siemens (das 13. Kind), lorest88(at)gmail.com 

Loran berichtete, dass sein Ur-Ur-Großvater Jacob Siemens #219723 und seine Ur-Großmutter Helena Unger (geb. Siemens) #219722 mit ihrem Mann  Johann Unger wanderten aus und erreichten am 28. Juli 1876 Antwerpen, Belgien, in Philadelphia.

 

 

Peter Jacob Siemens, wie ich schon oben erwähnt habe, war ein Zimmermann, Baumeister. In dem Briefe eines Reisenden wird Peter Siemens als Baumeister der 1809 in Ohrloff (Molotschna) errichteten Kirche genannt.

"Die Ohrloffer Kirche baute ein Siemens, der 1819 schon 22 Jahre Chortitzer Oberschulze gewesen war."1

In diesem Brief ist ein Fehler, Peter Siemens war 1819 in seinem 14. Amtsjahr. Leider existiert kein Bild von dieser Kirche.

Am 1. Dezember 1847 im Alter von 82 Jahren starb Peter Siemens. Heute sind seine Nachkommen weltweit zerstreut. Wie viel sind wir? In GRANDMA sind fast 4000 Personen aufgelistet. Und wie viel sind überhaupt nicht erfasst???

Eine gut lesbare Handschrift von Peter Siemens der als erster und viele Jahre Oberschulze in Chortitza Kolonie war. "Odessa Archiv Fund 6, Inv. 1, Akte 711, Seite 43. Originalgroesse.

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Quelle:

 

1 P.M.Friesen, Die Alt-Evangelische Mennonitische Brüderschaft in Russland (1789-1910), im Rahmen der Mennonitischen Gesamtgeschichte, Seite 678, 154

 

Mikrofilm "Odessa Archiv, Fond 6, Verzeichnis 1" Akte 42, Seite 334, 694, 1004

 

B.H.Unruh, "Die niederländisch- niederdeutschen Hintergründe der mennonitischen Ostwanderungen im 16., 18. und 19. Jahrhundert", 1955, Seite 244