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Vater: Franz Dyck 

 Anna Johann Dyck

Kinder: Anna, Katharina, Justina, Franz, Gertruda, Margareta, Helena, Kornrlia 

 

Gerhard Franz Dyck ∗1793 †1883

#62979

Gerhard Franz Dyck wurde am 23. Mai 1793 in Heubuden, Gross Werder, Preußen  geboren. Seinen Geburtsort und sein Geburtsdatum habe ich aus folgenden Quellen recherchiert:

-aus dem Buch von Karl Stumpp „Die Auswanderung aus Deutschland nach Rußland in den Jahren 1763 bis 1862“.

-aus dem Buch von Benjamin H Unruh „Die niederländisch-niederdeutschen Hintergründe der mennonitischen Ostwanderungen in 16., 18., und 19. Jahrhundert“.

 

In dem mennonitischen Kirchenbuch der Gemeinde Heubuden habe ich leider keinen Hinweis auf die Familie Dyck gefunden. Gehörten sie eventuell zu anderen Gemeinde?

Mit  22 Jahren heiratete Gerhard am 11. November 1815 Anna Dyck. Beide hatten den gleichen Nachnahmen, was auch nicht verwunderlich ist, weil der Name Dyck unter den Mennoniten sehr oft vorkommt.

 

Die junge Familie Gerhard und Anna Dyck entschlossen sich zu immigrieren. Was hat sie dazu bewegt? Die große mennonitische Auswanderung nach Südrussland Ende 18. und Anfang 19. Jahrhundert war vorbei. Währenddes Krieges mit Napoleon wurde die Zuwanderung vorübergehend gestoppt. 

„ Die französische Besetzung hatte für das ganze Land und auch für die mennonitischen Bauern schlimme Folgen. David Mandtler aus Fürstenwerder, Preußen, hat jene Zeit in seinem Tagebuch festgehalten: „1807, den 1. März kamen die Franzosen hierher. Die haben uns unser Vorrat an Geld und Gut, an Vieh und Getreide weggenommen und verzehrt, wodurch wir Mut und Blut verloren. (…) Von 1807 bis 1812 betrugen unsere Kriegssteuern f. 15016. Dieses scheint unmöglich zu sein und ist doch gewiss. Nur der große Kaiser Alexander von Russland hat alles bezahlt, wodurch uns sehr geholfen wurde. (…) Anno 1813, den 13. Januar kamen hier die Russen und halfen unserm Monarchen (…) Die Nachwelt wird dafür den großen Alexander noch rühmen, wenn sein Körper schon lange verweset sein wird.“ Die mennonitischen Siedler hatten eine besondere Zuneigung zu diesem Zaren, der nicht nur allgemein als Retter Europas gesehen wurde, sondern auch als frommer Regent.“1

"Aus eigenem Antrieb entschlossen sich im Jahre 1818 wieder eine bedeutende Anzahl mennonitischer Familien, zu ihren Glaubensgenossen nach Südrußland auszuwandern, weil sie in Preußen keine Aussicht mehr hatten, Land für ihre Nachkommen zu erhalten."5

Ich denke, eine große Rolle für die Entscheidung auszuwandern spielten die Erfolge der mennonitischen Ansiedler in Südrussland.

Insgesamt wanderten in dem Zeitraum von 1810 bis 1822 noch 254 Familien nach Molotschna ein. Ca. 1835 endete die Migration.

Eine der 254 Familien war die Familie meines Ur- ur-ur- Grossvaters. Nach einer Quelle2 sind sie am 11. Juli 1818 nach Rosenort, Molotschna gekommen, und nach Karl Stumpp3 im Jahre 1819. 

Benjamin H Unruh „Die niederländisch-niederdeutschen Hintergründe der mennonitischen Ostwanderungen in 16., 18., und 19. Jahrhundert“, Seite 366-367

Zu diesem Zeitpunkt war Gerhard 25 und Anna 24 Jahre alt. Sie hatten schon zwei kleine Töchter, die Anna und Katharina hießen. Sie wohnten zuesrst in Rosenort, dann in Ohrloff und später fanden sie ihre Heimat in Lichtfelde. Gerhard hat als Lehrer gearbeitet.

 

Aus der Volkszählung im Molotschnaer Mennonitengebiet von 18354

 

Lichtfelde

 

29. Dyck Gerhard Franz, 41 – geb. ca. 1793, Frau Anna, 40 – geb. ca.1794

 

Kinder: 

1. Anna 18

2. Katharina 17

3. Justina 10

4. Franz 8

5. Gertruda 6

6. Margareta 4

 

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Gerhards Frau Anna ist am 5. Oktober 1845 gestorben. Sie wurde 51 Jahre alt. Anna hatte 13 Geburten gehabt. Ihr ältester Sohn Franz ist mein Ur-ur-Grossvater. 

Nach Anna`s Tod heiratete Gerhard noch drei mal.

Aus der Erinnerungen von Jacob Dyck:

„Mein Urgroßvater Gerhard Dyck wohnte in Lichtfelde. Es ist ein Dorf, welches17 Werst (верст) süd-östlich von unserem Blümenort lag. Hier lebte auch der in "aller Welt" bekannte und berühmte Knochenarzt Dietrich Wiebe, über dessen Praxis man eine ganze Geschichte schreiben könnte. Herr Wiebe war kein studierter Arzt, hat aber Tausenden geholfen und besonders vermochte  jeden Knochenbruch zu heilen. Alles,  was ich vom den Urgroßvater Dyck weiß, ist dass er in einem sehr bescheidenem Häuschen gewohnt hat, Lehrer war, 4 mal verheiratet gewesen ist und 90 und ein halbes Jahr alt geworden ist. Demnach wurde er 1793 in Preußen geboren, denn meinen Aufzeichnungen entnehme ich, dass er im Jahre 1883 gestorben ist, also vor meiner Geburt.“

 

Gerhard Franz Dyck starb im Alter von 90 Jahren im Dorf Lichtfelde. Auf einem alten Foto schreibt mein Großvater Heinrich Dück, dass es sein Ur Großvater ist. Ich bin nur nicht sicher, ob es Gerhard Dyck oder Heinrich Wiens ist???????

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Quelle:

 

George K.Epp, Geschichte der Mennoniten in Russland, Seite 161

Benjamin H Unruh „Die niederländisch-niederdeutschen Hintergründe der mennonitischen Ostwanderungen in 16., 18., und 19. Jahrhundert“

3 Karl Stumpp „Die Auswanderung aus Deutschland nach Rußland in den Jahren 1763 bis 1862“.

4 Johann Epp, Die Volkszählung im Molotschnaer Mennonitengebiet von 1835, 2004, Logos Verlag GmbH, S 115

5 Odessaer Zeitung, 42. 1904, Nr. 186