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Frieda Johann Dück, geb. Cornies ∗1896 †1965

#689205

Frieda Cornies, 1911
Frieda Dück mit Enkelin Rita (ich), 1960
Geburtsurkunde von Frieda Cornies

 

 

Ein Gedicht gedichtet von Frieda's Großpapa

Joh. Kornies (der dritte im Stamme Cornies) auf

Friedas's Geburt (Poltawa den 28-ten November 1896).

 

Einst umspielten Gott im Himmelssaal

Viele Engel, die Ihm Lieder sangen,

Da winkt Er einen aus der großen Zahl,

Ein Krauskopf wars, mit hübschen roten Wangen.

Den küsste Er und zog ihm an die Brust,

und sprach zu ihm: Du sollst ein Kindlein werden,

Zwei Menschen zu beglücken hab ich Lust.

Drum ziehe hin auf meine grüne Erde.

Die Sta... ist bereitet dir für's Leben,

Die Eltern harren deiner schon;

Der Mutter hab ich Lieb ins Herz gegeben,

Ohn' Eigennutz, die nicht verlangt nach L....

Drum ziehe hin, mein Segen ist mit dir,

Beglück die Eltern, bringe ihnen Frieden,

Damit den Weg sie finden her zu mir,

Und durch dich, mich lernen innig lieben.

So kam als Mägdlein dieser Engel an,

Mit Lieb' empfangen in der Menschen Kreis

Die Eltern freuten hoch beglückt sich dran,

Und blickten auf zu Gott mit Lob und Preis.

 

Doch der heiligste der wachge... Triebe,

Der das Kind im Herz und Arme schloß,

War die von Gott gesandte Mutterliebe,

Ein Teil von Gott, darum so schön und groß.

Die Mutter ahnte es mit sagen Beten,

Daß ihr Kind dem Himmel sei verwandt,

Daß es dem Friedensreich verdankt sein Leben,

Drum hab sie „Frieda“ es genannt.

Nun kleine Frieda, ziehe hin in Frieden,

Erfüll, wozu dich Gottes Lieb gesankt.

Er gebe, daß du Eltern einst dich wieder

Erwarten d... in der Sel... Land.

 

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Frieda singt (Jahr 1964)

"Mennonitische Rundschau", 15.09.1965, Seite 11

 

Wwe. Frieda Dück

Pawlodar, Sibirien, UdSSr

 

 Als wir 1926 unsere alte Hei-

mat Südrußland verließen und

auswanderten, gab es schwe-

res Scheiden von unsern Lieben,

die in Rußland zurückblieben.

Die Zukunft war für die Aus-

wanderer wie auch für die Zu-

rückbleibenden unbestimmt, doch

hofften wir auf ein Wiedersehen.

Diese Hoffnung hat sich nicht er-

füllt.

 Friedas Ehemann, mein jüng-

ster Bruder Heinrich Dück, starb 

1960 und sie blieb allein mit ih-

ren zwei Söhnen Hans und

Heinz, beide verheiratet. Ihre El-

tern und zwei Schwester waren

in Kanada schon gestorben. Nun

ruht auch sie auf einem neuen 

Friedhof, etwa 15 Werst von

Pawlodar.

 In einem Brief vom 24. Juli

berichtet ihr ältester Sohn Hans

von ihrem schweren Leiden in den

letzten Tagen. Eine Woche später

schickte er uns die Todesnachricht.

Noch am letzten Tag ihres Le-

bens, 7 Uhr morgens, verlangte

sie etwas zu Essen, und eine Stun-

de später entschlief sie sanft.

 Am nächsten Tag, dem 28. Ju-

li, war das Begräbnis bei gro-

ßer Beteiligung. Es gereicht uns

zum Trost, daß es ein christliches

Begräbnis war, es wurde gesun-

gen und gepredigt. Hans schreibt:

„Es ist ja alles in Gottes Hän-

den.“

 Frieda war die älteste Toch-

ter von Johann und Margarete

Cornies. Geboren war sie am 11.

Mai 1896 auf dem Landgut

 

 

 

 

Taschtschenak bei Melitopol, Süd-

rußland. Sie erhielt ihre elemen-

tare Schulbildung daselbst. Spä-

ter kam sie auf die Mädchenschu-

le in Tiege, wo J. H. Janzen

unterrichtete.

 Seit ihrer Heirat im Mai 1923

wohnten unsere Geschwister etli-

che Jahre in unserm Hause in

Blumenort, Molotschna, bis die

Verhältnisse unerträglich wurden

und sie das Heim verlassen muß-

ten. Ihre verhängnisvolle Wan-

derung von Blumenort bis Paw-

lodar in Sibirien ist uns nie klar

geschildert worden. Ihre drei 

Kinder begleiteten sie auf dieser

Reise bis hinter den Ural. Unter-

wegs wurde das Mädchen, 13

Jahre alt, krank und starb. Die

Leiche wurde aus dem Waggon

des Zuges getragen und am Ufer

des Irtisch begraben ohne Sang

und Klang. Es waren nur die El-

tern mit ihren zwei Jungen da-

bei. Dieses erschütternde Erleb-

nis hinterließ tiefe Spuren in ih-

rem weiteren Leben.

 Frieda hinterläßt hier in Ka-

nada zwei Schwestern – Frau

Liese Unruh, Waterloo, und Wit-

we Martha Wiens, Kitchener.

Außerdem sind die Geschwister ih-

res Mannes hier in Kitchener

und in Leamington, viele Ver-

wandte und Bekannte sind in Ka-

nada und in Sibirien.

 Sie hat Glauben behalten bis

ans Ende, Gott sei Dank!

Franz Dick,

132 Breithaupt Street,

Kitchener, Ontario.

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Sterbeurkunde von Frieda Dück (geb.Cornies)
das Grab von Frieda Dück, 1992
im Sitzen Heinrich (Heinz) Dück
im Stehen Andrej Dick, 1992
das Grab von Frieda Dück, Heinrich (Heinz) Dück, Heinrich (Gena) Dück, 2015

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