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Eltern: Gerhard Franz Dyck, Anna Dyck

 Anna Wiens

Kinder: Anna, Margaretha, Katharina, Heinrich, Gerhard, Margaretha, Franz, Heinrich, Helene 

Franz Gerhard Dück ∗1826 †1881

#133532

Franz ist am 3.02.1826  als sechstes Kind der Familie Dück in Lichtfelde (Molotschna) zur Welt gekommen. 

Ich vermute, dass er ein sehr talentierte und neugierige Junge war, der sehr früh erkannte, wie wichtig die russische Sprache für sein Leben ist. Franz studierte um das Jahr 1850 Russisch in Jekaterinoslaw.

 

Er ist wie sein Vater (aber auch wie viele seiner Nachkommen) ein Lehrer geworden. Franz unterrichtete die russische Sprache mit großem Erfolg. Er hat früh verstanden, welch unendlich höheren Wert es hat, Russisch zu sprechen und zu schreiben.

 

„Franz Dück glänzte als Lehrer in Steinbach durch seinen russ. Sprachunterricht.“1

 

„Jeder, der da wirklich sprechen konnte, wie der oben genannte Franz Dück, russ. Lehrer auf Steinbach, galt als Kolonialwunder.“2 

 

 

Aber was war das für eine Schule in Steinbach?

 

„Hinsichtlich der Schulen waren die Molotschnaer Mennoniten in einem Zeitraum von 40 Jahren sich selbst überlassen. Den Namen nach standen sie unter der Aufsicht der Geistlichen, was aber für die Hebung des Schulwesens getan wurde, ging nicht von diesen, - wenn auch einige dabei waren- sondern von Privatpersonen aus, wie dies ja auch schon der Gründung der Vereinsschule und der in Steinbach von Peter Schmidt gegründeten Schule der Fall war. Da auch diese Schule durch Anstellung guter Lehrer mehr leistete als die Dorfschulen, so wurden auch Lehrer für die letzteren ausgebildet und überhaupt auch durch diese Schule zur Hebung des Schulwesens beigetragen.“3

 

„Diese Fortbildungsschule wurde 1838 von Peter Schmidt I. auf seinem Gut Steinbach gegründet. Die Schule hatte auch die Unterstützung eines eigenen Schulvereins.... Die Steinbacher Schule wurde als „hohe“ Schule bezeichnet, weil sie sich guter Lehrer rühmte, die einen besseren Elementarschulunterricht boten und auch Russisch unterrichteten. Bei kleinerer Schülerzahl und guten Lehrern konnte diese Schule gute Erfolge erzielen.“4

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Franz Gerhard Dück

Aus den Erinnerungen von Jacob Dyck:

„Er (Franz Gerhard Dück) war Lehrer und zwar Privatlehrer auf dem allgemeinem in Süd-Russland bekannten Gute (Vorwerk) "Steinbach" bei Familie "Schmidt". Fast allen Söhnen der deutschen Gutsbesitzer von nah und fern, alt und jung, lehrte er die russische Sprache und auch Bilder zeichnen, in welchem er, Franz Dück, sehr begabt war; es stehen mir heute noch verschiedene große Bilder unserer "Kaiserlichen Familie aus Petersburg", mit welcher er in Berührung gekommen war während ihren Reisen in Süd-Russland zu Wagen und zu ........in lebhafter Erinnerung.“

 

Sein Talent zu Zeichnen haben viele von seinen Nachkommen geerbt. Mein Großvater Heinrich Dück war ein leidenschaftlicher Zeichner. Ich kann mich noch ganz gut an die Wandschoner in meinem Geburtshaus erinnern, welche von ihm gemalt wurden. 1992 brachten meine Eltern aus Kanada ein Geschenk eines schönen Ölbildes von Elfriede Dyck mit. Dieses Bild stellt eine schöne Herbstlandschaft  dar.  Auch bei meinem Besuch in Kanada im Sommer 2015 erfuhr ich über weitere talentierte Künstler der Familie Dyck. Besonders erfolgreich waren Rudolph Dyck und Graydon Dyck. (http://graydondyck.blogspot.de/)

 

Eine andere Eigenschaft von Franz Dück war sein Humor. Aus den Erinnerungen von Jacob Dyck:

„Er, mein Großvater (Franz Dück), der aber noch vor meiner Geburt in seinem 55. Lebensjahre starb, war ein christlicher Mann mit gutem Charakter und einer lebhafter Natur, auch besaß er einen feinen Humor , welcher sich auf die weitere Generationen vererbte und sogar noch auf seine Urgroßkinder übergegangen ist. (auf einen Urgroßsohn unbedingt, unseren jüngsten Sohn „Harry“, welcher zur jeder Zeit, an jedem Ort, auch in der Kirche , wenn er Vorträge für die Jugend hält, einen gelungenen Scherz zum Besten zu geben vermag)“

 

Aus dem Tagebuch von meinem Großvater  weiß ich, dass Heinrich, der Sohn von Franz Dück, diese Eigenschaft auch erbte.

„Onkel Heinrich Dück war von Natur aus ein aufrichtiger Charakter und mit stetem Frohsinn und Humor ausgestattet.“

 

Auch der Bruder meines Vaters, mein Onkel Heinz, konnte fesselend Witze erzählen. Aus dem Tagebuch meines Großvaters:

„Und unser Heinz, der mit seinem geschienten Fuß den Tag zu Hause verbracht, versucht seine Erlebnisse zu Hause in gewohnter humoristischer Weise wiederzugeben.“

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Am 3. November 1853 heiratete Franz Dück  im Alter von 27 Jahren Anna Wiens, die Tochter eines Schmiedes (Heinrich Wiens) aus Blumenort. Die junge Familie blieb ebenfalls in Blumenort seßhaft. Bald wurde aus dem Lehrer ein Kaufmann mit Geschäftssinn. 

 „...doch seine (Franz Dück) Laufbahn und Entwicklung auf dem Gebiet des Handels, resp. der Kaufmannschaft, ist mir viel interessanter und wichtiger und jedenfalls auch meinen Nachkommen, denn der Apfel schon freut sich, dass er von einem fruchtbarem Apfelbaum stammt und nicht von einer Pappel.“, schrieb  Jacob Dyck in seinen Erinnerungen. Viele seiner Nachkommen hatten wohl etwas von seinem Unternehmungsgeist geerbt.

Franz Dück stieg ins Schmied-Geschäft seines Schwiegervaters (Heinrich Wiens #133543) ein und er expandierte einige Jahre später, indem er 10 ha Land zwischen Blumenort und Rosenort kaufte. Später eröffnete Franz Dück ein Eisen- Geschäft. Dieses führte er sehr erfolgreich und erwarb ein großes Kapital.

 

Neben dem Geschäft war er auch ein Mitglied des Schulrates der Ohrloffer Zentralschule. Gleichzeitig war er auch Oberschultze in der Halbstadt- Wolost (Bezirk), wozu alle mennonitische Dörfer aus Molotschna (wohl 35 an der Zahl), viele kleine Güter (хутор), Ökonomien, Fabriken, Dampfmühlen und Geschäfte gehörten. 

 

 

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Die Vorsteher *  dieser Schule (die Ohrloffer Zentralschule) in ihrer zweiten Periode §334

(immer zwei zu gleicher Zeit): 

 

…..

 

5) Franz Dück ** – 1880; starb vor Ablauf eines Dienstjahres.

 

 

….

*    Nach russische Terminologie „Curatore“- попечители

**  In jungen Jahren Lehrer auf Steinbach, berühmt durch seinen russ. Sprachunterricht. „5

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Oberschulzen und Schriftführer der Molotschnaer Bezirke:

…...


1865- 67  Franz Dück – Blümenort


….“ 6

 

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Franz Dück war sehr unternehmungslustig, energisch.  In dreißig Jahren war er zu einem ( für damalige Verhältnisse) großen Reichtum gekommen. 

Die Familie hatte meines Wissens nach neun Kinder. Hiervon haben höchsten vier überlebt. Leider habe ich nur Informationen über die zwei Söhne, nämlich Gerhard (mein Ur-großvater) und Heinrich.

 

 

Es gibt nur ein Foto von Franz und Anna Dück. Es befindet sich bei Viktor Dik, meinem Cousin in Pavlodar. 

 

 

Das ist die Schrift meines Opas (Heinrich Dück): Die zweite von links ist seine Großmutter Anna Dück(geb. Wiens), der Dritte sein Großvater Franz Dück, hinten sein Vater: Gerhard Dück als Kind.

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Franz Dück starb ziemlich früh im Alter von 55 Jahren und zwar am 12. Mai 1881. Nach seinem Tode, bekam jeder Erbe circa 8 Tausend Rubel (was sehr viel Geld zu diese Zeit war) zugeteilt. Das Geschäft  blieb zunächst in den Händen von seiner Frau Anna.

Quelle:

 

1 P.M.Friesen, Die Alt-Evangelische Mennonitische Brüderschaft in Russland (1789-1910), im Rahmen der Mennonitischen Gesamtgeschichte, Seite 634

P.M.Friesen, Die Alt-Evangelische Mennonitische Brüderschaft in Russland (1789-1910), im Rahmen der Mennonitischen Gesamtgeschichte, Seite 601

3  Franz Isaak, Die Molotschaer Mennoniten

4 George K. Epp, Geschichte der Mennoniten in Russland, Band III., Seite 115

5 P.M.Friesen, Die Alt-Evangelische Mennonitische Brüderschaft in Russland (1789-1910), im Rahmen der Mennonitischen Gesamtgeschichte, Seite 595

6 P.M.Friesen, Die Alt-Evangelische Mennonitische Brüderschaft in Russland (1789-1910), im Rahmen der Mennonitischen Gesamtgeschichte, Seite 679