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Tatschenak

Das Gut "Tatschenak"
"Tatschenak", Originalbild im Privatarchiv von Maria Bartel

 

Das Gut „Tatschenak“, ist der Geburtsort für viele Cornies, so auch für meine Oma Frieda Cornies

Ihre Schwester Luise Cornies-Unruh widmete "Tatschenak" ein Liebesgedicht:

Johann Cornies kaufte 1832 von der Witwe Granobarskij Land an dem kleinen Fluss Tatschenak, nicht weit entfernt vom Molotschnij Liman. Diese Witwe wohnte auf dem Gut mit ihrem Sohn Andrej Jewdokimovitsch. Ihr verstorbene Mann Jewdokim Pawlovitsch, ein wohlhabender Gutbesitzer, starb 1828. Er spendete sehr viel Geld für wohltätige Zwecke

„... помещик Мелитопольского уезда Гранобарский Евдоким Павлович подарил в 1811 г. открывающемуся Ореховскому уездному училищу дом (проданный позднее за 1 тыс. рублей, причем деньги пошли на благотворительные цели), а 14 июня 1814 г. отдал училищу другой дом, оцененный в 5 тыс. рублей, оплатил пристройку к учительскому дому (1158 руб.) и построил в училищном дворе сарай (235 руб.). На содержание в училище двух беднейших учеников с 1811 по 1819 г. он выделял по 200 руб. ежегодно, а в 1820—1822 гт. — по 300 руб.

Е. П. Гранобарский жертвовал деньги на покупку учебников, географических карт, на награждение учащихся. На его средства было открыто (15 августа 1820 г.) Балковское приходское училище. Но после 1822 г. пожертвования от Гранобарского, похоже, прекратились, ...“1

 

Der Gut von Granobarskij befand sich in dem Gebiet, welches die Regierung den Mennoniten zugeteilt hatte. Deswegen verkaufte die Witwe  Granobarskij ihr Gut an den Cornies.

«Экспедиция государственного хозяйства, готовясь принять новых переселенцев, охотно пошла навстречу новому предложению Контениуса и соответствующим распоряжением предписала новороссийской конторе опекунства, чтобы она тотчас приступила к решению вопроса о покупке земель для переселяющихся меннонитов. Но, поскольку общего массива земли для всех переселенцев не нашлось, остановились на участке Молочных вод. Среди специфических условий поселения меннонитов в этом участке необходимо было "поправить" дачу поручика Варламова, проданную секретарше Гранобарской. Что значит "поправить" дачу? Дача Гранобарской находилась в пределах общего массива, выделенного меннонитам. Поэтому помещице Гранобарской пришлось уступить свой участок, а взамен него правительство выделило ей такой же по качеству и размерам участок в другом месте. Земля в количестве 3350 десятин была куплена у нее меннонитом И.Корнисом, где его сын устроил хутор под названием "Тащенак". 2

 

Aus dem Jahr 1829 gibt es Daten über die Flächengröße von dem Gut. Es betrug insgesamt 3364 Desjatin.

РГАДА, ф. 1354, оп. 476/1, д. М-1 (красн.). 3

Геометрический специальный план Таврической губернии Мелитопольского уезда дачи деревни Молошной с хуторами… во владении состоят подполковника Андрея Евдокимова Сына Гранобарского межевание учинено в 1810 г. ... вновь снята в 1819 г. … А по указу Екатеринославской межевой конторы межу утверждал и план с книгою сочинял 1828 года августа 9 дня.


 

 


Дес.

Саж.

Пашенной

191

40

Сенного покосу

2655

1358

Под поселением дер. Молошной с хуторами, огородами, с гуменниками и загонами

2

1369

⅓ солонцеватых мест

93

746

Большой дорогой

43

2100

Под проселочными дорогами

24

2120

⅔ солонцов в неудоби

186

1492

Под песчаными местами

128

1530

Под ½ р. Молочной и Тащенака, прудами и крутостью берегов

38

1110

Всего

3364

2248

Удобной

2942

1113

 


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Fluss Tatschenak, 2016

Johann Cornies nannte sein Gut „Tatschenak“. Später kaufte er noch mehr Land dazu. So erwarb 1842 Cornies 1706 Desjatin benachbartes Land „Verigino“ von Duchobor Verigin. Die ganze Gegend hieß "Alt-Tatschenak Region". Wieviel Land die Cornies insgesamt in dieser Region besaßen, kann man leider nicht feststellen. Diese Angaben findet man: 57304, 58005 Desjatin.

Dieses Land wurde musterhaft ausgebaut und entsprechend verwaltet. 

„„Tatschenak“ liegt ziemlich fern ab von den Mennonitenkolonien, jenseits der Molotschnaja, an der nach Perekop und Genitschesk führenden großen Straße, südlich von Melitopol an dem Steppenflüßchen Tatschenak. Hier, wie auf dem später angekauften „Verigin“, wiederholte sich dieselbe Arbeit, die wir bereits auf Juschanlee kennengelernt haben. Hier wie dort wurde auf der öden, baumlosen Steppe ein kleines Paradies hingezaubert.“6 

„Как здесь (Juschanlee), так и там (Tatschenak), в пустынной, голой степи был устроен точно волшебством маленький рай. Лесное насаждение в "Тащенак" было меньше, чем в "Юшанле", зато фруктовый сад, насаженный в 1844 году, был там больше. В 1836 году был сделан в "Тащенак" первый опыт с виноградником и далее сильно пострадавший от холода виноград дал очень хорошее вино." 7

 

Einen guten Überblick über das Gut "Tatschenak" bekommt man in dem Anna Epp- Brief vom 6.Dezember 1852:

„„.... Auf Taschenak bei Herrn Johann Cornies (Cornies II) bin ich auch schon gewesen. Es ist ein Gut mit vielen Gebäuden, die alle schöner und größer sind als auf Juschanlee. Eine viertel Meile vor dem Gut fängt schon eine Allee an, wie die von Danzig nach Oliva, nur die Bäume sind noch nicht so groß. Das Wohnhaus ist ein schönes Gebäude mit vielen schönen Stuben, überhaupt eine mit getäfeltem Fußboden braun und gelb Mahagoni. Die Wirtschaftsstuben und Küche sind halb unter der Erde, was hier wegen der Hitze des Sommers sehr zweckmäßig ist. Zu den anderen Wohnstuben führen von außen zwei hohe Treppen. Der Beischlag ist wie eine Stube, aber Türen und Wände von lauter Glas (von der Vorderseite). Ganz oben, wo bei uns die Erker sind, ist hier hinten und vorne ein Balkon. Die Hinterseite des Hauses ist im Garten, der hier weit schöner ist als auf Juschanlee. Vom Hause ab gehen 6 breite Gänge, welche weiter nach hinten sich immer weiter auseinandergehen, so das der Garten einen Halbkreis um das das Haus bildet. Auf einem Ende ist der Weingarten. Da sah es prachtvoll aus. Hier war der Wein aber am Stöcken gepflanzt und aufgerankt (also nur niedrig). Die Stöcke hingen da so voll Trauben, dass ich mich beinahe nicht satt sehen konnte, sattgegessen hatte ich mich bald. An einigen Gängen war der Wein so gepflanzt wie bei uns die Christerbeeren (?)(Stachelbeeren). Herr Cornies hat auch eine Weinpresse. Wie viel er in diesem Jahr gewonnen aber hat, weiß ich nicht. Der Garten, die Lage des Gutes, wo die Allee ½ Meile lang so vorbeigeht, ist hier bedeutend schöner als auf Juschanlee. Auch waren hier Schweine, Pfauen, Kraniche und ein Teich voll Schildkröten. Nur der Wald ist hier nicht so schön (wie auf Juschanlee), es ist auch viel jünger. Ich kann Dir nicht beschreiben wie schön alles aussieht.“8

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Man trifft auch in anderen Quellen den Beweis für die Steppen-Wunder der Obstgarten.

„Natürlich war auch zu Taschenak eine Waldanpflanzung, obwohl kleiner und jünger (sieben Dessjatinen gross und im Jahre 1838 angefangen) als die zu Juschanlee; dafür ist aber die Obstbaumanlage um so grösser. Diese Obstbaumanlage, im Jahre 1844 angelegt, ist ohne Zweifel der am meisten interessante Gegenstand, welcher sich dem Beobachter zu Taschenak dar bietet, da sie sich wie durch ihre Grösse so auch und ganz besonders durch die Vorzüglichkeit und Mannigfaltigkeit der ihnen gezogenen Fruchtsorten, wie endlich durch die ausserordentliche Sorgfalt, welche man auf die Pflege dieser Anpflanzung verwendet, vor allen derartigen Anlagen, die ich in den südrussischen Steppengegenden gesehen habe, auszeichnet. Namentlich muss der Umstand besonders hervorgehoben werden, dass man hier Bewässerungen eingerichtet hat, wozu das Wasser künstlich in die Höhe gehoben werden muss um über die weite Fläche überall hin, wo man seiner bedarf, vertheilt werden zu können; man hofft dadurch nicht bloss den Ertrag zu erhöhen, sondern auch den Obstbäumen ein höheres Alter zu sichern. Eben so ist der Besitzer von Taschenak (Johann Cornies II.) unter den Mennoniten derjenige, welcher bis jetzt den grössten Weinbau treibt (der Weingarten ist 3/4 Dessjatinen gross und es wurde 1836 der Anfang damit gemacht) und ansehnliche Mengen Wein keltert, dessen Güte ich aus eigner Erfahrung kennen lernte. Leider waren die Trauben zur Zeit meines Besuches noch lange nicht reif, indessen habe ich später erfahren, dass sie in diesem Jahre (1855) vortrefflich gewesen sind und dass man abermals eine gute Portion Wein gekeltert hat. Es ist Taschenak in Betreff der Obstbaumzucht und des Weinbaues jedenfalls ein Mustergut für diese südrussischen Steppengegenden und es können die Bemühungen des Besitzers um Förderung dieses besonderen Zweiges der Laudwirthschaft nicht hoch genug angeschlagen werden."9

„Besondere Betrachtung  im Cornies Garten verdient der Wein. (...)  Es wird kultiviert (1874) die Rebsorte - Riesling . Wir tranken sogar der Wein  vor Ort ; der Qualität war sehr gut. (...)“11

"Der interessanteste Gegenstand auf dem Gute ist eine im Jahre 1844 angelegte Obstbaumplantage, welche sich sowohl durch ihre Größe als auch durch die Vorzüglichkeit und Mannigfaltigkeit der dort gezogenen Fruchtsorten, durch die ausgezeichnete Pflege und durch die daselbst angebrachten Bewässerungen auszeichnet. Auch ein Weingarten von 3/4 Dessätinen Ausdehnung ist mit großem Erfolge angelegt worden."12

 

Eine Beschreibung über die wunderschöne Allee, die zum Gut führte, liefert uns ein Bericht aus dem Jahre 1854:

„Ich bestieg wieder den einladenden Wagen, der in der Colonie gebaut, in Eleganz und Comfort mit jedem Stadtwagen dieser Art wetteifern konnte, und fuhr mit Herrn Kornies (David Cornies) nach dem Gute des jungen Herrn Kornies (Cornies II.) jenseits Melitopol, so wie zur Nacht auf das Gut meines Wirthes, welches an dem Molotschnaja~See liegt.....»

«Schon eine Werst vor dem Vorwerke Taschenak, dem Herrn Johann Kornies gehörend, beginnt auf beiden Seiten des Weges eine herrliche Allee, als Vorbote der Kultur, welche auf dem sogenannten Vorwerk den Reisenden angenehm überrascht. Es ist eine Spielerei der Bescheidenheit, wenn ein solches Gut wie Taschenak ein Vorwerk genannt wird. Dasselbe hat ein geräumiges, mit allem Comfort ausgestattetes Wohngebäude aus gebrannten Ziegeln, ebenso aufgeführte Nebengebäude, einen gepflasterten Hof und einen Obstgarten von bedeutender Ausdehnung, mit den schönsten Obstsorten, ferner eine ausgedehnte Anpflanzung von verschiedenen Waldbäumen, unter denen Ulmen, Pappeln und Eichen ganz vorzüglich gedeihen und in einiger Entfernung einen jungen Weinberg, der zu den schönsten Erwartungen berechtigt.

Den Wirth trafen wir nicht zu Hause, er war mit seinen Gästen, die ihm aus Sarepta – 800 werst von hier – einen Besuch machten, auf einer Ausfahrt begriffen, und so lernte ich den Sohn des berühmten Vaters nicht kennen. Dass hier von der menonitischen Einfachheit wenig zu findet war, habe ich schon früher bemerkt; auch in dem uns vorgesetzten Mittag, welches auf  Befehl meines Begleiters sofort zubereitet wurde, entbehrte man sowohl im Service als in der Zubereitung der Speise nichts, was man in  einem deutschen wohlhabenden Hause zu erwarten berechtigt ist. Nur die einfach ländlich reinliche Tracht eines kleines Sohnes des Hauswirths (Johann Cornies III.), der mit seinen Barfüssen sich als hübsches Landkind präsentierte, erinnerte an die einfache Sitte der Menoniten.

Nach einer guten Mahlzeit und Kaffee, der in einem sehr kostbaren Porzellan- Service aufgetragen wurde, setzten wir unseren Weg nach Altahir, dem Gute meines freundlichen Wirthes Herrn D. Kornies, fort.“10

 

Im Gegensatz zu dem Fluss Molotschnaja war Tatschenak an diesem Ort ein richtiger Steppenfluss. Zum Trinken und zur Zubereitung von Speisen wurde das Wasser aus dem Fluss nicht genutzt, weil es fast Stauwasser war und somit einen sehr schlechten Geschmack hatte. Außerdem befand sich der Fluss in beträchtlicher Entfernung zum Gut. Aus diesen Gründen wurden mehrere Brunnen auf dem Gut gebaut, um die Wasserbedürfnisse zu erfüllen. Trotz der Nähe zu Liman und dem Asowschen Meer waren die Brunnen aber nur 10 bis 12 Sazen (ca. 20-25 Meter) tief.

 

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Im Jahre 1874 wurden 26 Dessjatinen Land mit Wald- und Obstbäumen bepflanzt11:

 

Фруктовым  садом (Obstgarten) . . .                 6 Dessjatinen 2100 Sazen (Сажень)

Дубовым  лесом (Eichenwald). . . .                   5 Dessjatinen  5 ½   Sazen

Берестовым  лесом (Gemischtewald) ,

в  смеси с другими породами.                 7 Dessjatinen 7 1/2  Sazen

Акациевым лесом (Akazie) . . .                         4  Dessjatinen

Чисто березовым  лесом (Birkenwald)               2 Dessjatinen  300 Sazen

Тутовым  лесом (Maulbeerbaum)  . . . .             1  Dessjatina

 

Auf "Tatschenak" baute man wenig Getreide an, 1874 wurde von der gesamten Fläche nur 100 bis 150 Desjatine Getreide angebaut. Aber hier wurde die Schwarz- und Halbbrache eingeführt. Es wurden hauptsächlich auf dem Brachland Pflanzen angebaut wie Mais , Kartoffeln, Sorghum, auch kleine Mengen Bohnen und Erbsen. Die Felder mit der Getreide waren am Rande des Ackerlandes. In der Mitte war Steppe , auf der üppigen Weide wanderten Herden von Schafen, Pferden und Rinder.

Große Erfolge wurden auf "Tatschenak" mit Schafzucht erreicht.

„Ganz ausgezeichnet dagegen wird hier (Tatschenak) die Schafzucht mit 8500 Stück Merinos betrieben und alles gethan, um diesen Wirthschaftszweig auf möglichster Höhe zu erhalten. So hatte der Besitzer dieses Gutes vor einigen Jahren eine bedeutende Anzahl Böcke von Steiger in Sachsen gekauft und das Stück mit 30—40 Louisdor bezahlt. Im Jahre 1855 (die Wollschur war zu Zeit meiner Anwesenheit schon vorüber) hatte man circa 530 Pud, im Jahre 1854 dagegen 630 Pud Wolle gewonnen. Auch sah ich hier auf diesem Gute eine zum Abmähen der Stipa pennata bestimmte Maschine. Sie besteht im Wesentlichen aus einem auf Rädern ruhenden Gestell, an welchem ein zwei Arschinen langes an beiden Enden mit Messerklingen versehenes Eisen derartig angebracht ist, dass es bei seiner schnellen Umdrehung in einer horizontalen Ebene die Stengel der Stipa pennata mit ihrem schädlichen Saamen etwa fusshoch vom Boden abschlagen muss. Ich sah derartige Maschinen später noch anderwärts. Die hier in Taschenak gebrauchte war eine sogenannte „doppelte", weil nämlich die zum Abmähen bestimmten zwei Arschinen lange Eisen in doppelter Zahl vorhanden war, wodurch es möglich ward die Vernichtung der Stipa pennata in einer Breite von vier Arschinen mit einmal zu bewirken. Sie wird mit zwei Ochsen bespannt.“9 

 

Die Zahl der Schafe erreichte im Jahre 1874 10.000 Köpfe der Rasse Merinoschaf.

Die Schaf-und Viehzucht konnte natürlich ohne gutes Weideland und Heu nicht existieren. Dafür  entwickelte Cornies II. sein Verfahren und erzielte damit ausgezeichnete Ergebnisse. Natürlich existierten hier 1874 keine künstlichen Wiesen und es wurden noch keine  Futtergräser gesät, aber die Wiesen wurden gedüngt.  Fast der gesamte Dünger, der auf dem Gut erzeugt wurde, brachte Cornies auf die Felder. Und so wuchs kräftiges Gras. Dies gab nicht nur ausgezeichnetes Ackerland sondern auch feines Heu. Außerdem mit Dünger, zerstörte man gelegentlich Salzwiesen, die, wenn auch nicht in großer Zahl , aber es auf seinem Grundstück gab.

"Durch die Beschränkung der Größe des Ackerlandes resultiert fast ausschließlich eine Bebauung für den eigenen Bedarf. Es fehlen Getreidefelder, die bei den russischen Großgrundbesitzern vorher dominierten. Mit besonderer Sorgfalt müssen Wiesen und Weiden gedüngt werden, Ackerland richtig verteilt werden und auf einer Desjatine weiden nicht mehr als 1,5-2 Schafe. Dieses bildet einen Bauernhof; (...)

Aus ökonomischer Sicht, kommt einem bei Großgrundbesitzern wie Herr Cornies (Johann Cornies II.) unwillkürlich der Gedanke, dass es der beste Weg sei, damit zu beginnen, die Steppe umzuwandeln. Nicht große Ackerfelder mit Getreide, im Falle von Missernten, ruinieren sie seinen Wohlstand nicht und seine großen Weiden für Schafe und Rinder werden ihnen nicht das Land verderben, denn da gibt es keine nackte schwarze Stellen. (...)

Dann gibt es nicht das Risiko einer Monokultur (riesige Felder mit gleichen Pflanzen), welches viele große Betriebe haben.  Keine riesigen Getreideernten bedeutete für ihn eine Reduzierung an landwirtschaftlichen Geräten: Herrn Cornies hat keine Mähmaschine oder Dreschmaschinen , nicht weil er sie nicht bezahlen kann. Trotz der hohen Lohnkosten für die Arbeiter, ist es ihm immer noch möglich für die Saisonarbeit Arbeiter einzustellen.“11

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Wie wurde dieses Land „Alt-Tatschenak Region“ (ca. 5800 Desjatin) aufgeteilt? 

 

Johann junior (Johann Cornies II) erbte das gesamte Gut Taschenak.

 

Danach wurde das Land auf seine 4 Kinder verteilt:

Johann Johann Cornies III. erbte ca. 2000 Desjatin

Justina Johann Cornies (Klatt) und Johanna Johann Cornies teilten das Gut „Verigino“ ca. 1700 Desjatin

Maria Johann Cornies (Janzen) ca. 2000 Desjatin

 

Johann Cornies III. vererbte sein Land an seine 3 Kinder:

Johann Johann Cornies IV. 550 Desjatin

Olga Johann Cornies (Neufeld) 559 Desjatin

Justina Johann Cornies 900 Desjatin

 

Maria Cornies (Janzen) vererbte ihr Land an ihre zwei Söhne:

Johann ca. 1000 Desjatin

Nikolaj ca. 1000 Desjatin

 

Ich habe diese Angaben über die Verteilung des Erbe aus verschiedenen Quellen zusammengestellt und musste leider manches vermuten. Deswegen bin ich nicht zu 100% sicher, ob alle Angaben stimmen.

1865
1889
1911
2013

2013 sind meine Cousins Viktor und Wladimir Dick mit Frau Tatjana und ich in diese Gegend gefahren. Der Ort heißt heute Danilo-Ivanovka (Данило- Ивановка). An der Stelle, wo sich Cornies Haus befand, ist absolut nichts. Wir haben nur ein paar Backsteine im Gras gefunden. 

Aus dem Tagebuch von Heinrich Dück:

„1-VI-47. 

Frieda erzählte von ihren Fahrten von Tatschenak in die Lichtenauer Kirche zum Tauffest, wie die mennonitischen Verdeckwagen von allen Richtungen zur Kirche fuhren. Die blanken Wagen und die schonen Rappen davor gespantt - der Stolz der mennonitischen Bauer. Die solide schwarze Kleidung der Männer und Frauen. Vorne vor der Kanzel - die Täuflinge - die Junglinge in schwarzen Tuchanzuge, die Jungfrauen in weissen Kleider. Die Kirche überfüllt. Alles so feierlich und andächtig. Hatte man das je geglaubt, dass diese in 150 Jahre aufgebaute fundamentale Kultur in so kurzer Zeit spurlos verschwinden konnte.“

2013, "Tatschenak"

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Quelle:

 

„Пушкин и мировая культура», Материалы шестой Международной конференции

Крым, 27 мая—1 июня 2002 г., Санкт-Петербург, Симферополь, 2003

 „ Истороя запорожского козачества», А.И.Карагодин, А.Н. Кокошинский

 РГАДА, фонд 1354, опись 476/1, д.М-1(Красн.)

Исследование современного состояния овцеводства в России (Studie über den aktuellen Stand der Schafzucht in Russland), Выпуск IV., 1884 

«Экскурсия на реку Молочную», Н. Калагсорин, В. Борисов, 1874, Seite 396

 „Johann Cornies“, D.Epp , 1946, Seite 28

 „Очерки из истории и современной жизни южнорусских колонистов", Я. Штах,  1916

8  dieser Briefausschnitt wurde von der „Kreissipenpflegerin“ Frau Anna Anders in ihrem Brief an Paul Stephan am 22.09.1942 zitiert.  Der Brief wurde von Anna Epp ( Freundin von Anna Anders Großmutters) geschrieben, die zog 1852 nach Rußland. Der Brief von Anna Anders befindet sich im Privatarchiv von Frau v. Issendorff. Sie hat den Brief auch entziffert. 

9  „Reise im westlichen und südlichen europäischen Russland im Jahre 1855“, Alexander Petzhold, Seite 205 – 209

10 „Beiträge zur Kenntniss des Russischen Reiches und der angränzenden Länder Asiens“, Karl Ernst von Baer  und Grigoriĭ Petrovich Gelmersen. Neunzehntes Bändchen. St. Petersburg, Buchdruckerei der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, 1854, Seite 305, 309

11  «Экскурсия на реку Молочную», Н. Калагсорин, В. Борисов, 1874 (Die Übersetzung von mir)

12 "Die deutschen Ansiedelungen in Russland. Ihre Geschichte und ihre volkswirtschaftliche Bedeutung für die Vergangenheit und Zukunft. Studien über das russische Kolonisationswesen und über die Herbeiziehung fremder Kulturkräfte nach Russland" Friedrich Matthäi, Offizier der Königl. Sachs, Armee, korresp, Mitglied der Kaiserl, freien ökonomischen Gesellschaft, sowie der Gartenbaugesellschaft zu St, Petersburg. Gera. Verlag van C. B. Griesbach.